Das Sparkasse ITF Women’s Val Gardena Südtirol über 40.000 Dollar startet am Sonntag. Hoch gelegen, hoch dotiert, hoch spannend: Gröden macht sich bereit
di Anton Hoeller | 21 novembre 2025
Ab Sonntag verwandelt sich die Tennishalle von Runggaditsch in St. Ulrich wieder in eine Bühne für internationale Spitzenathletinnen. Vom 23. bis 29. November 2025 steigt das Sparkasse ITF Women’s Val Gardena Südtirol, erstmals als ITF W50 mit 40.000 Dollar Preisgeld. Es ist ein Comeback mit Ansage. Seit 1999 ist Gröden Gastgeber eines Damenturniers. Nach fünfjähriger Pause läuft heuer die 22. Ausgabe. Der TC Urtijei wagt den nächsten Schritt, steigt eine Kategorie auf und schärft damit sein sportliches Profil. Und weil Tennis in Gröden einfach besser schmeckt, folgt im nur zehn Kilometer entfernten Wolkenstein beim TC Gherdeina gleich das zweite W50-Event. Zwei Wochen Spitzentennis im Tal – dichter geht es kaum.
Zwischen Geschichte und Zukunft
Der späte Termin macht das Turnier für viele Spielerinnen enorm attraktiv. Es geht um wertvolle Punkte für die Australian-Open-Qualifikation 2026. Die mittelschnellen Hardcourts von Ortisei sind dafür das perfekte Terrain. Das Event selbst blickt auf eine bewegte Historie: Von 1999 bis 2009 wuchs es als ITF Future Internazionali Tennis Val Gardena. 2010 folgte der Wechsel auf die ATP Challenger Tour der Herren. 2015 kehrte das Damenfeld zurück, zunächst kleiner, später wieder mit 25.000 Dollar dotiert. Jetzt folgt der Schritt auf 40.000 Dollar. Hinter dem Erfolg stehen OK-Chefin Martina Moser, Turnierdirektor Ambros Hofer und der TC Urtijei unter dem neuen Präsidenten Andreas Wieser.
Von heimischen Hoffnungen bis internationaler Strahlkraft
Heuer setzt das Turnier erneut auf lokale Power. Laura Mair (22) aus Wolkenstein erhält eine Wildcard fürs Hauptfeld. Die Topspielerin des TC Gherdeina hat sich nach Verletzungen im vergangenen Jahr auf Rang 585 verbessert – ihr bestes Ranking. Mit guter Spätform und einer Bombenvorhand könnte sie in der Höhe von St. Ulrich gefährlich werden. Die Wildcard für die Qualifikation bekommt Lisa Peer (17), ebenfalls vom TC Gherdeina. Sie erreichte in Sizilien vor wenigen Wochen erstmals ein ITF-Hauptfeld und gewann gleich ihr erstes Match.
Die Wildcards des italienischen Verbandes
Der italienische Tennisverband hat seine drei Hauptfeld- und drei Quali-Wildcards veröffentlicht und setzt klar auf junge, hungrige Spielerinnen:
Hauptfeld-Wildcards
Qualifikations-Wildcards
Marta Lombardini (22, WTA #887)
Sveva Peroni (18)
Aurora Nosei (18)
Internationale Setzliste: Von Costoulas bis Bandecchi
Ganz oben auf der vorläufigen Setzliste steht die Belgierin Sofia Costoulas, Halbfinalistin der Rovereto Open (WTA 125) im Oktober. Dahinter folgt ein bekanntes Gesicht: Susan Bandecchi (27), die frühere TC-Rungg-Spielerin. Silvia Ambrosio, Vorjahresfinalistin und aktuell mit dem TC Rungg im Halbfinale der Serie A1, ist an Nummer drei gesetzt, kämpft aber mit leichten Knieproblemen.
Das Feld ist international breit gefächert: Spielerinnen aus 14 Nationen, darunter Talente wie die Britin Mimi Xu (18) oder die deutsche Power-Spielerin Noma Noha Akugue, 2023 bereits auf Rang 142. Auch Titelverteidigerin Weronika Falkowska ist gemeldet, dürfte aber über die Qualifikation kommen müssen.
Große Namen und besondere Geschichten
St. Ulrich ist seit Jahren ein Ort, an dem Karrieren starten oder neu beginnen. Spielerinnen wie Flavia Pennetta, Francesca Schiavone oder Caroline Wozniacki standen hier am Anfang ihrer Laufbahn. Im Doppel gaben sich Mara Santangelo, Roberta Vinci oder Barbora Strycova die Ehre.
In den vergangenen Jahren wurde das Turnier zudem zu einem Magneten für Comebacks: Timea Babos, Ana Konjuh, Viktoria Kuzmova, Tamira Paszek und Mona Barthel fanden in Gröden zurück zu alter Stärke. Ein Ort für Talente, Rückkehrerinnen und besondere Geschichten – und 2025 wird keine Ausnahme.
Informationen zum Turnier
Noma Noha Akugue