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Das Rodeo Open des TC Meran lieferte einmal mehr klare Erkenntnisse über die Kräfteverhältnisse im regionalen Tennis
di Anton Hoeller | 30 marzo 2026
Während bei den Herren die Dominanz des CT Rovereto anhält, setzte bei den Damen Marion Viertler ein starkes Südtiroler Ausrufezeichen.
In der Südtiroler Open-Szene geben derzeit die Spieler des CT Rovereto den Ton an. Namen wie David Simoncelli und Elia Barozzi stehen exemplarisch für diese Entwicklung, die sich auch zu Saisonbeginn eindrucksvoll bestätigt.
Nach den Turniersiegen von Simoncelli in Naturns und bei der Mountain Tennis Trophy in St. Ulrich sorgte Barozzi in Meran für den nächsten Höhepunkt. Der 23-Jährige präsentierte sich in bestechender Form und erreichte ohne größere Schwierigkeiten das Finale.
Dort traf er auf Juri Postal vom TC Rungg, der sich als der erwartet unangenehme Gegner erwies. Beim Stand von 4:2 und 5:3 entwickelte sich ein intensives Duell, in dem Postal phasenweise gut mithalten konnte. Dennoch ließ Barozzi nichts anbrennen und sicherte sich souverän den Turniersieg.
Bereits auf dem Weg ins Finale hatten beide Akteure überzeugt: Postal setzte sich gegen Tim Stuffer (TC Gherdeina) durch, während Barozzi Fabian Hinteregger (Tennis Brixen) klar dominierte.
Barozzis Weg ist alles andere als gewöhnlich. Aufgewachsen in Lizzana bei Rovereto, begann er zunächst als Fußballer, ehe ihn die seltene Hüfterkrankung Morbus Legg-Calvé-Perthes zum Umdenken zwang. Der Wechsel zum Tennis erwies sich als richtungsweisend.
Über Stationen in Rovereto und beim TC Rungg führte ihn sein Weg schließlich in die USA. An der Fairmont State University in West Virginia entwickelte sich Barozzi sowohl sportlich als auch akademisch herausragend und wurde 2023 von der NCAA als bester Student-Athlet der USA ausgezeichnet – bei über 500.000 Athleten.
Eine interessante Randnotiz: In seiner Jugend traf Barozzi auf Jannik Sinner. „Als ich zwölf war, habe ich gegen Sinner gespielt. Er war der Beste in Südtirol, ich der Beste im Trentino – er gewann 6:3, 6:4“, erinnerte sich Barozzi in einem Interview mit der Zeitung „Il T – Quotidiano Autonomo del Trentino Alto Adige Südtirol“.
Bei den Damen setzte hingegen Marion Viertler vom TC Meran ein starkes Zeichen. Die Spielerin des Serie-B2-Teams nutzte den Heimvorteil und sicherte sich beim Rodeo Open souverän den Titel. Im Finale gelang ihr die Revanche gegen Zoe Grace Kägi, der sie zuletzt in Naturns noch unterlegen war. Mit einem klaren 4:0, 4:2 ließ Viertler diesmal keinen Zweifel aufkommen und dominierte vor allem auf dem Hallensand mit variablem und druckvollem Spiel.
Kägi, leicht angeschlagen, konnte nicht ihr volles Leistungsvermögen abrufen, bleibt jedoch eine Spielerin mit großem Entwicklungspotenzial – insbesondere im Hinblick auf die ITF-Tour und mögliche erste Punkte auf WTA-Niveau. Die 19-jährige Schweizerin wird vom Partschinser Andreas Gerstgrasser (ProTennisSchool in Reutte) trainiert und spielt in Italien für den ASV Partschins.
Mit ihrem Finalsieg unterstrich Viertler nicht nur ihre aktuelle Form, sondern auch ihre zentrale Rolle im Team des TC Meran. Sowohl im Einzel als auch im Mannschaftsbewerb der Serie B2 zählt sie zu den Leistungsträgerinnen.
Die Ergebnisse des Rodeo Open in Meran:
Herren
Halbfinale:
Juri Postal (TC Rungg) – Tim Stuffer (TC Gherdeina) 4:0, 4:1
Elia Barozzi (CT Rovereto) – Fabian Hinteregger (Tennis Brixen) 4:0, 4:1
Finale:
Barozzi – Postal 4:2, 5:3
Damen
Halbfinale:
Marion Viertler (TC Meran) – Linda Mair (Borgotrebbia) 4:0, 4:0
Zoe Grace Kägi (ASV Partschins) – Iris Tabarelli (TC Rungg) 4:2, 4:1
Finale:
Viertler – Kägi 4:0, 4:2